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Zur Ausstellung "Das Remsfelder Kirchspiel im 1. Weltkrieg" (11. November bis 25. November 2018)

21.09.2018

Fortsetzung zu den Nr. 35-37:

Zur Ausstellung: „Das Remsfelder Kirchspiel im 1. Weltkrieg“ (11. – 25.11.2018)

- Eine Dorfgeschichte -

Die Ausstellung berührt viele Themenbereiche von Krieg, Front, Heimat, Soldaten, Militär, Kirche u. a. Ein besonderes Augenmerk soll auf dem Thema Dorf im Krieg liegen. Die Menschen im Dorf waren und sind in der sog. großen Geschichte oft nur Objekte der Regierenden, gerade in Kriegszeiten, negativ betroffen und ohne Einfluss auf die große Politik. Daran wird im Rahmen dieses Projektes erinnert und zugleich auch an die enormen Leistungen, die die Menschen in den Dörfern erbracht haben für die Nahrungsmittel- und Rohstoffversorgung in dieser Zeit. Durch Seeblockade war Deutschland von Importen weitgehend abgeschnitten und musste sich auf das stützen, was die einheimische Produktion in Industrie und Handwerk, vor allem aber in Forst und Landbewirtschaftung erzeugen konnten; es war alles knapp und es gab Hunger.

Zu Kriegsbeginn wurden in Deutschland 3 Mio. Soldaten und 1 Mio. Pferde eingezogen, diese Zahlen stiegen bis 1918 – bei rd. 60 Mio. Einwohnern – auf insgesamt 11 Mio. Männer und etwa 2,5 Mio. Pferde. Diese fehlten an allen Ecken und Enden, dafür mussten Ersatzkräfte mobilisiert werden, vom Kind bis zum Greis und vom Ochsen bis zur Kuh und sogar Menschen vor dem Pflug. Bürgermeister, Lehrer und maßgeblich auch die Pfarrer hatten die Aufgabe dies zu organisieren.

Bei den Soldaten starben zwischen 15 und 20%, bei den Pferden aber waren es um die 50%, hinzu kam die Zahl der Verwundeten, die viel höher lag. Auffallend ist, dass es unter den Soldaten aus ländlichen Gebieten prozentual weniger Gefallene als im Durchschnitt gab – im Kirchspiel Remsfeld 13% (rd. 40). In der Ausstellung und den Informationen über „unsere“ Kriegsteilnehmer berichten wir auch über die Gefallenen und Verwundeten aus unseren Dörfern. In der hier fortgesetzten Liste ist ebenfalls vermerkt, wer gefallen ist und vermisst oder verwundet wurde – soweit bekannt. Wer u. a. dazu Ergänzendes beitragen kann, ist wieder herzlich darum gebeten.

Remsfelder Kriegsteilnehmer (Fortsetzung Buchstaben K – Ma, keine unter I u. J):

Kehr, Ernst. Ein Johann Jakob Ernst (Nachtrag) *19.5.1895 (NR. 13); Eltern wie bei Karl und Georg; Haus Nr. 47. Lazaretturlaub im Mai 1916. Besucht Remsfeld erneut im Juni 1916. Jan. 1917: ... bis zur Entlassung beurlaubt.

Kehr, Georg. George Carl, geb. 29.8.1883 (Nr. 35); Eltern: Schäfer Johannes Carl Kehr und Frau Anna Maria, geb. Schröder; Haus Nr. 47. Im März 1917 bis zum Mai reklamiert.

Kehr, Karl. Evtl. Johann Karl, *31.7.1889 (Nr. 14); Eltern: Schäfer Johann Karl Kehr und Frau Anna Maria, geb. Schröder (Haus Nr. 31).

Klippert, Adam. *19.3.1885 (Reg. Nr. 6); Mutter: Die Ehefrau des verstorbenen Tagelöhners Adam Klippert, Anna Barbara, geb. Pfeffer, Haus Nr. 63 (siehe auch Fey, Wilhelm). Heiratet am 7. o. 8.3.1914 die Dienstmagd Anna Martha Kasprzak *9.2.1891 zu Völkershain (zuletzt in Remsfeld), wohnhaft bei ihrer Mutter, Tochter des verstorbenen (röm.-kath.) Dienstknechts Franz Kasprzak und seiner hinterlassenen Ehefrau Anna Barbara, geb. Preßler. ...sendet Foto an Pfr. i. Juli 1916. Aus dem Feld zum Holzmachen reklamiert im Febr. 1917.

Klippert, Heinrich *18.2.1883 in Remsfeld (Taufreg. Nr. 855, S. 173); Eltern: Adam Klippert, Dienstknecht, u. seiner Ehefrau Barbara, geb. Pfeffer von Wallenstein, Haus Nr. 63 (5. Kind 3. Sohn).

Koch, Ernst (Obermühle). Johannes Ernst *3.4.1883; Eltern: Justus Carl u. Frau Anna Catharina, geb. Koch; Haus Nr. 37. Militärdienst nur einige Monate 1916/17, dann entlassen wegen Mühlenbetrieb.

Koch, Heinrich. Ein Johann Heinrich *5.5.1889 (Nr.7). Sohn von Ackermann Johannes Koch und Frau Gelasia, geb. Wiegand (Haus Nr. 21). Heiratet am 7.4.1912 Dora Bertha Luise Emilie Richter *5.8.1891 zu Grube Martenberg, Adorf, Krs. Waldeck); Eltern: Obersteiger Friedrich Richter und Frau Luise, geb. Emde (verstorben), daselbst. Pfr. Münch (1918): „Am 12. Mai ist hier bei Heinrich Koch ein kleines Mädchen angekommen.“ (Lotte, Mutter von Heinz und Rudi Gawrisch).

Koch, Karl (Obermühle, Haus Nr. 37) *12.4.1898; Eltern wie bei Ernst Koch.

Koch, Otto *16.5.1885; Eltern: Ackermann Conrad u. Frau Anna Martha, geb. Schmidt; Haus Nr. 8. Aus seiner Kriegschronik: „Verließ die Heimat am 26.4.1915...“ (Großvater von Edith und Helmut Koch).

Koch, Johannes (Hans) *15.7.1884 in Wabern; Eltern: der verstorbene Küfer Johannes Koch und dessen daselbst noch lebende Ehefrau Martha Elisabeth, geb. Lohr. oo 25.10.1913 mit Karoline Berta Weist, ehel. Tochter des Schmiedemeisters Ernst August Weist und dessen verstorbenen Ehefrau Christine, geb. Weider in Schwebda; geboren daselbst den 30.10.1885; wohnhaft in Schwebda. Tochter getauft im Jan. 1916…

Körber, Hans. Ein Johann Justus *7.1.1899; Eltern: Former Heinrich Körber und Frau Anna Maria, geb. Iber; Haus Nr. 60. Ein Landsturmmann H. Körber erhielt längeren Heimurlaub zur Feldbestelllung im April 1915 (welcher H?)

Körber, Heinrich I., einer der Heinrichs ist am 18.2.1876 geb., Eltern Ackermann Conrad u. Frau Martha Elisabeth Körber, geb. Freund; Haus Nr. 43.

Körber, Heinrich II.; wahrscheinlich der Heinrich Wilhelm *31.5.1870, denn Eltern werden mit Körber II bez. - Leineweber Johannes u. Frau Dorothea, geb. Rudolph, Haus Nr. 60.

Körber, Johannes. Vermutlich Johann Karl *11.3.1895 - vermutlich früh verstorben, danach ein weiterer Johann Karl *29.5.1898; Eltern: Schuhmacher (in 1898 als Schuhmachermeister genannt) Johannes Körber und Frau Katharina, geb. Christ (kathol.); Haus Nr. 69 („Eckerts“); im Jan. 1917 stationiert auf Truppenübungsplatz Ohrdruf/Thür. Pfr. Münch im Febr. 1918: „...ist von der Gemeinde für längere Zeit reklamiert, um „Schusters Rappen" wieder in Ordnung zu bringen.

Körber, Karl. Unklar, welcher der u. g. Kriegsteilnehmer ist (vermutlich der Ältere):
- Ein Johannes
Karl wird geb. am 21,12,1887 (Nr.29): Eltern: Eisenbahnarbeiter Johann Karl und Frau Dorothea, geb. Rudolph; Haus Nr. 60.
- Ein weiterer
Karl Johann Adam *18.10.1900; Eltern: Schuhmachermeister Johannes Körber und Frau Katharina, geb. Christ.

Kohl, K(C)onrad. Wahrscheinl. Konrad Karl *22.9.1875 zu Licherode; Eltern: Tagelöhner Valentin et ux. Anna Margarethe, geb. Dehnhardt, +16.2.1956 (Witwer von Anna Katharina, geb. Kehr; Haus Nr. 91. oo 10.10.1896 mit Anna Katharina Kehr, Tochter des Schäfers Johann Karl Kehr et ux. Anna Maria, geb. Schröder; *26.10.1877 zu Remsfeld. Urlaub im Dez.'15 (Pfr. Hochhuth: „...in der schmucken schwarzen Lederuniform der Kraftfahrer“).

Kohl, Heinrich (Sohn von Konrad). Jakob Heinrich *17.1.1899 (Nr. 2); Eltern: Dienstknecht Karl Konrad Kohl und Frau Katharina, geb. Kehr; Haus Nr. 31.

Kothe, August. Im Traureg. Remsfeld, S. 144 und im Heiratsreg. 1933, Nr. 6 gibt es einen August K. (Maurer) *10.12.1900; Eltern: Eisenbahner Georg Kothe et ux. Elise, geb. Schneider.

Kothe, Georg(e) *7.3.1891; Eltern: Dienstknecht (in d. Niedermühle) August Kothe und Frau Anna Elisabeth, geb. Flämming (vermutl. Flemming), eine Tochter Katharina Wilhelmine (1891, Nr. 9); Gefallen am 27.9.1915 (Sterberegister: "+27.9.1915 im Kampf fürs Vaterland"). Tochter getauft im Jan. 1916. Eintrag im Konf.reg. 1905 (Nr. 2; da allerdings die Geburtsdaten mit Lorenz Hellwig verwechselt - nach Taufregister 1891, Nr. 960+961: 7. bzw. 13. März):

Kothe, Heinrich. Johann Heinrich *26.3.1893 (Nr. 7); Eltern wie bei Georg (Haus Nr. 1, Niedermühle). Ansichtskarte mit s. Foto an Herrn Rottenführer Sauer, Relbehausen, am 10.3.1915 aus Eisenach (Stempel: Leipzig - Cassel)

Kothe, Konrad. Ein Johann Konrad *16.6.1896 (Nr. 20); Eltern: Dienstknecht August Kothe mit Frau Anna Elisabeth, geb. Flemming; Haus Nr. 74 (vorher Haus Nr. 1, Niedermühle).

Lauterbach, Heinrich *24.2.1900; Eltern: Schmiedemeister George Lauterbach und Frau Barbara, geb. Stiebeling, Haus Nr. 10. Der Familie Lauterbach wurde am 10. Juli ein prächtiger Kriegsjunge geboren.

Lepper, Johannes („Hans“): Ein Johannes in Reddingshausen, Haus Nr. 8 *15.10.1897, 9 Geschwister (Stand 1916); Eltern: Tagelöhner Wilhelm Lepper und Frau Anna Margaretha, geb. Karpenstein.

Lepper, Jakob. Schreibt am 4. Juli 1917 eine Feldpostkarte an Familie Groß, Remsfeld. Sonst nichts weiter gefunden.

Lorenz, Adolf. Gustav Friedrich Adolf August Wilhelm *16.11.1870 zu Berlin, wohnhaft in Königsberg. Beruf Schneidemüller. Eltern: Holzhändler Johannes Lorenz und Frau Wilhelmine Rosalie Rosamunde, geb. Kekow, beide verstorben, zuletzt wohnhaft in Berlin. Kriegsgetraut in Remsfeld am 27.11.1915 mit der Haushälterin Emma Minna Lenz *30.4.1877 zu Seyda, Krs. Schweinitz; Eltern: der verstorbene Malermeister Ernst Wilhelm Lenz, zuletzt wohnhaft in Seyda, und seiner Frau Johanna Luise, geb. Matthlier. Im Mai 1917 für das Hellwigsche Sägewerk reklamiert.

Mand, Christian. *18.2.1883 (Zwilling mit Karl Heinrich; 4. Kind, 3. Sohn +24.3.1885; Eltern: Heinrich August Mand, Schreiner, u. seine Ehefrau Wilhelmine Katharina, geb. Flemming, Haus Nr. 6.

Mand, Georg. Vermutl. George *30.8.1890; Eltern: Heinrich August Mand u. Frau Wilhelmine Catharina, geb. Flemming; Haus Nr. 6.

Mand, Georg *9.3.1900 in Remsfeld. Unklar, welcher der Kriegsteilnehmer ist.

Mand, Heinrich. Ein Conrad Heinrich wird am 20.12.1880 geb; Eltern: Ackermann Heinrich August Mand u. Frau Wilhelmine, geb. Flemming (Haus Nr. 6); ein Carl Heinrich *18.2.1883; 15 min. später wird der Zwilling George Christian geboren.

Mand, Johannes *9.11.1887; Mutter: Tagelöhnerin Martha Elisabeth Mand, unverheiratete Tochter des verstorbenen Musikus Justus Mand, Haus Nr. 17.Gefallen am 20.12.1918 (!). Heiratet am 9.11.1912 Katharina Anna Brand *22.12.1884. …schreibt am 25. Dez. 1916 aus Bukarest.

Mand, Justus *13.1.1883 (Nottaufe, Taufpatin Hebamme Rudolph), unehelicher Sohn der ledigen Tochter des verstorbenen Musikus Justus Mand und seiner nachgelassenen Witwe Anna Elisabeth, geb. Sahl; Haus Nr. 17. +2.12.1943 (Haus Nr. 104).

Martin, Heinrich. In keinem Remsfelder Register gefunden. Pfr. Münch im Nov. 1917: „Zur Beerdigung der Mutter waren die drei Söhne Heinrich, Karl und Otto aus dem Feld gekommen“.

Martin, Karl. Karl Georg Wilhelm *11.6.1885. Gefallen (gestorben im Lazarett in Hanau am 5.7.1918); Eltern: Gastwirt Adam Martin u. Frau Dorothea Elisabeth, geb. Koch, Haus Nr. 24. Am (8.) 9. November 1917 ist Karl Martin mit Anneliese Rosenkranz *1.2.1893, aus Wallenstein, Tochter des Landwirts Heinrich Rosenkranz (verstorben) und Frau Anna Katharina, geb. Rohde, Wallenstein, kriegsgetraut worden (Trauzeugen: Heinrich Ruhleder, Konrad Trieschmann - wahrsch. Ackermann, Haus Nr. 20).

Martin, Otto. Wahrscheinlich Johann Friedrich Otto *20.8.1889; Eltern: Gastwirt Adam Martin u. Frau Dorothea Elisabeth, geb. Koch (Haus Nr. 24). Okt.'16: „...schildert in einem Brief vom 28.10. die grundlosen Wege und den entsetzlichen Schmutz in Galizien.“ (aus: Heimatgrüße)…

Zeichenerklärung:
* ist Geburtsdatum, + ist Sterbedatum. oo Eheschließung.

Abkürzung:
et ux. (und Gattin – ux. für uxor/Gattin)

Kontakt:
Helmut Koch, Homberg/Remsfeld, Tel.: 05681/71393; Mail: hkoch49@t-online.de oder
Mona Rosenkranz, Gemeindeverwaltung Knüllwald, Tel.: 05681/9957-19, Mail: info@knuellwald.de