Zur Ausstellung "Das Remsfelder Kirchspiel im 1. Weltkrieg" (11. November bis 25. November 2018)

10.09.2018

Fortsetzung:

Zur Ausstellung „Das Remsfelder Kirchspiel im 1. Weltkrieg“ (11. – 25.11.2018)

Wie beschrieben, spielte die Kirche und die Pfarrer eine maßgebliche Rolle im Krieg. Durch sie wurde nicht nur das kirchliche Leben organisierten, sondern im Zusammenhang mit dem Krieg auch viele andere Dinge im Dorf, wie z. B. die Kriegssammlungen. Durch ihre Schulaufsicht bestimmte die Kirche auch die schulische Ausbildung der Kinder und im Konfirmandenunterricht die christliche Erziehung. Auch persönlich ging der Krieg die Pfarrer an, etwa durch Pflichtdienst im Lazarett, wie bei Pfr. Hochhuth (in Kassel), oder durch Militärdienst, wie bei Pfr. Münch. Letzterer meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst und war einer von nur drei Pfarrern in der Landeskirche, die aktiv Soldat an der Front waren. Durch Verwundung verlor er ein Auge, war dadurch nicht mehr „fronttauglich“ und kam so in seine erste zivile Pfarrstelle (in Remsfeld ab Mitte 1916). Viele 1914 in den Krieg ziehende Soldaten aus Remsfeld waren Konfirmanden von Pfr. Hochhuth. Fast wie das gesamte Kirchspiel war evangelisch (reformiert), es gab im Kirchspiel nur ganz wenige katholische Familien und Kriegsteilnehmer, außerdem einen aus einer jüdischen Familie (mit dem berühmten Namen Rothschild); diese werden von den (ev.) Pfarrern in ihren Berichten aber nicht erwähnt!

Neben den o. g. Aufgaben, hatte es sich die Kirche zur Pflicht gemacht, die vaterländische Begeisterung für den Krieg und die Opferbereitschaft der Menschen an der Front („Heldentod“) und in der Heimat zu fordern und zu fördern. Heute schwer vorstellbar, aber damals war es so, Kirche und Pfarrer schreckten selbst – nicht nur in Deutschland - vor dem Schüren von Hass nicht zurück, nur wenige – wie Hochhuth – hielten sich zurück. Als der Krieg immer länger dauerte, die Menschen immer mehr quälte und ein Ende nicht in Sicht war, forderten sie in Predigten, Texten und Verlautbarungen den Willen zum Durchhalten. Sie trugen so ihren Teil zur Verlängerung des Krieges bei - bis hin zur totalen Erschöpfung und dem bitteren Ende. Davon wird an anderer Stelle eingehender berichtet.

Nach und nach werden im Kirchspiel weitere Fotos, Dokumente etc. aus der Kriegszeit entdeckt, deshalb erneut die Bitte um ihre Nachforschungen zu Hause, bei Verwandten usw. sowie um ergänzende Informationen zu den Kriegsteilnehmern. Deren Liste wird hier wieder fortgesetzt, alphabetisch sortiert. Zum Kriegsschicksal der meisten Soldaten liegen uns – wie erwähnt - weitere Informationen vor, sie müssen hier aus Platzgründen zunächst weggelassen werden, kommen aber später in Vorträgen und in Ausstellung vor.

Remsfelder Kriegsteilnehmer (Fortsetzung Buchstaben D - H):

Eckhardt, Adam II. Ein Adam *8.12.1886; Eltern: Korbmacher Konrad Eckhardt und Frau Maria, geb. Eckhardt; Haus Nr. 47. oo 17.8.1912 mit Katharina Schwalm, *1.1.1896 zu Lützelwig, Tochter des Schneiders Heinrich Schwalm und Frau Elisabeth, geb. Stiebeling, Lützelwig.

Eckhardt, Karl. Ein Johann Karl *28.9.1895; Eltern: Eisenbahnarbeiter Johann Adam Eckhardt und Frau Martha Elisabeth, geb. Rode; Haus Nr. 73. Im Nov. '16 neu eingezogen. Am 22. März 1917 Karte aus franz. Gefangenschaft nach Hause geschrieben.

Faust, Friedrich. Friedrich Wilhelm Karl Konrad *21.10.1883 (2. Kind, 2. Sohn); Eltern: Karl Philipp Wilhelm Faust, zeitweiliger Schullehrer, und seiner Ehefrau Anna Maria, geb. Lingemann.

Fey, Wilhelm. *24.11.1886 in Verna, wohnhaft zu Remsfeld (1913); Eltern: Tagelöhner Ludwig Fey und Frau Anna Katharina, geb. Fenner, Homberg. Kriegsheirat mit der Dienstmagd Barbara Klippert, Remsfeld, *2.10.1880, Tochter des verstorbenen Dienstknechts Adam Klippert und Frau Barbara, geb. Pfeffer, Remsfeld. Am 27. Aug. 1916 wurde in der Kirche ein Söhnchen des Gefr. Fey, der gerade auf Urlaub war, getauft. Husar in Kassel; z. Gefr. bef. 1915.

Flemming, August. Heinrich August *8.11.1892, (Haus Nr. 4 ½ ; Eltern: siehe unter Justus F. A. F.. schreibt am 2. Sept. aus Lothringen. Im Juni 1918 schreibt Pfr. Münch: „...wird auf ein Gesuch von mir hin nicht mehr in vorderster Linie beschäftigt (…) August Flemming wird jetzt als Zeichner beim Bataillonsstab beschäftigt.“.

Flemming, Justus. Justus *4.10.1898 (Nr. 34); Eltern: Maurer George Flemming und Frau Martha Elisabeth, geb. Hellwig (jetzt Haus Nr.74. Gefallen am 30.3.1918 (lt. Ehrenmal). Eingezogen i. Dez. 1916 zum 1. Garde-Feld-Artl.-Reg. in Berlin; im Juni in Potsdam. "Ins Feld" im Juli 1917. Juli 1917: ...bei einer bayrischen Feldbahnbetriebsabteilung.

Gertenbach, Wilhelm. *27.8.1879 zu Remsfeld, Haus Nr. 16 (6. Kind, 2. Sohn; Taufpate: Ackermann Wilhelm Gertenbach, Cappel,); Eltern: Cyriakus G., Ackermann, und seine Ehefrau Katharina Elisabeth, geb. Wiegand. +4.2.1943 in Schellbach, Haus Nr. 3. 1. Komp. Inf.-Regiment von Lützow (1. Rhein.) Nr. 25 – Diensteintritt 18. Oktober 1901 als Ersatz-Rekrut, entlassen 1911. 1914-18 im Landwehr-Inf.-Reg. Nr. 83, Gefr.

Gessner, Heinrich. Johann Heinrich *22.10.1888 zu Wallenstein, Haus Nr. 27 ½; Eltern: Küfer Johann Georg G. und Ehefrau Barbara Elisabeth, geb. Kranz. Zuletzt wohnhaft in Wattenbach. oo 30.11.19.12 Anna Katharina Braun, Dienstmagd, Tochter des Tagelöhners (Niedermühle) Wilhelm Braun und seiner Ehefrau Barbara Elisabeth, geb. Hellwig, *4.10.1889 zu Remsfeld; wohnhaft und bedienstet zuletzt in Remsfeld. Reservist; im März 1915 zum Gefr. befördert.

Grenzebach, Jakob. *26.3.1875 (2. Sohn); Haus Nr. 24. Eltern: Ackermann Konrad Grenzebach und Frau Martha Elisabeth, geb. Wickmann aus Rengshausen. Stationiert in Langensalza (mit Wiegang, H. II, Körber, Zinn-Völk.), Kriegseintritt 18.8.14; an die Front nach NO. im Nov.1915.

Groß, Adam. Adam Heinrich *15.3.1897 +17.4.1920; Eltern: Ackermann Wilhelm Groß (*7.3.1863 +18.2.1942), Haus Nr. 13, und Frau Anna Katharina, geb. Lepper. Schon 1913 Soldat auf dem Truppenübungsplatz in Ohrdruf (Thür.). Kriegsfreiw. zum Train in Cassel (Aug. 1915). An die Front im N-O im Nov. 1915… Von ihm gibt es viele Ansichtskarten (Feldpost).

Gunkler, Heinrich. Georg Heinrich geb. am 28.10.1883 (Nr. 39); Eltern: Zimmermann Jakob Gunkler und Frau Barbara Elisabeth, geb. Simon (Siemon); Haus Nr. 51. 1/171 (vermutl. 1. Batl., Inf.-Reg. 171, Colmar i. E. (XV. Armeekorps). Vermisst seit 20.9.1914. Gefallen.

Gunkler, Jakob. *18.12.1895; Eltern: Zimmermann Jakob Gunkler u. Frau Barbara Elisabeth, geb. Siemon; Haus Nr. 54 ¾, +21.06.1954. Im Okt. 1916 Infanterie-Ersatz-Truppe in Beverloo (Belgien).

Hafermas, Adam. Wahrscheinlich der Adam Heinrich *7.12.1878 (damals: Haafermas); Eltern: Ortsdiener Konrad Hafermas u. dessen Ehefrau Christina Sophie, geb. Bachmann; Haus Nr. 5. Dienstknecht (1906 Arbeiter) Adam Heinrich H. und Frau Maria, geb. Hassenpflug. Wehrmann.

Hahn, August. August Heinrich geb. am 5.8.1882; Eltern: Ackermann Conrad Hahn u. Frau Maria Margaretha Elisabeth, geb. Bechstein. Eingezogen im März '16 eingez. z. Train i. Cassel; Juni 1916 Trainfahrer beim Res.-Feld-Laz. 52 im Westen.

Hartmann, Christian. Christian Wilhelm *15.2.1886 in Bringhausen (Waldeck, Umsiedlung wegen Bau der Edertalsperre), +10.10.1957 zu Remsfeld; Eltern: Landwirt (bzw. Köthner 1903) Christian Hartmann und Frau Luise, geb. Bender, +29.5.1912, oo 1888. Urlaub April 1916 (konnte Bruder Heinr. im Laz. Homb. besuchen.). Heirat am 26.7.1919 mit Elise Gertrude Wiegand (*23.5.1898, in Remsfeld), Tochter des Landwirts Johannes Wiegand und Frau Emilie Elisabeth, geb. Leidorf. April 1915: Pionier in Straßburg (evtl. Badisches Pionier-Batl. Nr. 14, Garnison Kehl a. Rh.).

Hartmann, Heinrich. Ein Heinrich Karl Wilhelm *29.7.1894 in Bringhausen, konfirm. am 4.4.1909; Eltern: siehe unter Christian und Wilhelm. +27.8.1962 ; Schellbacher Str. 3. 1922: Heirat mit Katharina Elisabeth Sahl; Eltern: Ackermann Wilhelm Sahl und Frau Anna Elisabeth, geb. Mosebach, Remsfeld, Haus Nr. 45. 1915 Kanonier; i. Okt. 1916 z. Gefr. bef. Im Febr.'18 mit dem E.K. ausgezeichnet.

Hartmann, Wilhelm. Zu Bringhausen wurde ein W. H., geb. am 14.4.1889, konfirmiert am 5.4.1903; Eltern: siehe unter Christian. Zum Gefr. bef. Anf. 1916.

Hellwig, Adam. Schreiner, *26.1.1893 zu Reddingshausen. Eltern: der verstorbene Tagelöhner Adam Hellwig und Frau Anna Katharina, geb. Kehr, Remsfeld. Heirat am 29.5.1915 mit der Näherin Elise Eckhardt, Remsfeld, *20.6.1893 in Remsfeld; Eltern: Bahnarbeiter Johann Adam Eckhardt und Frau Martha Elisabeth, geb. Rode, Remsfeld - alle wohnhaft in Remsfeld. Am 1. August zur Rekrutenausbildung eingezogen, als überzähl. wieder entlassen. 1. Sept. 1916: beim Inf.-Reg. 83 in Cassel eingekleidet worden. Im Nov. 1916 z. Armierungsbatl. Adam Hellwig und Johs. Wengst im Sept. 1917 zum Holzhauen reklamiert und aus dem Heeresdienst entlassen.

Hellwig, Karl Andreas *15.4.1885 in Remsfeld; Eltern: Justus Georg Hellwig, Schreiner, u. seine Ehefrau Anna Katharina, geb. Sauer, Haus-Nr. 62, 2. Kind 2. Sohn (Taufpate: Andreas Sauer, Maurer, des Kindes Großvater). Landwehrmann, am 21.9.1914 zum Gefreiten befördert.

Hellwig, Fritz. Bruder von C. Hellwig. Johann Friedrich ("Kööfmanns Fritz") *7.7.1900; Eltern: Kaufmann Johann Heinrich Karl Hellwig und Frau Sophie Barbara, geb. Rudolph; Haus Nr. 10 (früher Nr. 12?) Pfr. Münch: „Am 9. Juni 1918 erhielten 4 hiesige Landsturmpflichtige Stellungsbefehl: Justus Rode, Fritz Hellwig und unsere Briefträger Georg Mand und Karl Körber. Sie müssen sich am 25. bezw. 26. Juni in Cassel stellen.“ Im Juli 1918 dann „bei der Infanterie in Cassel.“

Hellwig, Heinrich. *28.9.1883; Eltern: Schreiner Justus George Hellwig und Frau Anna Catharina, geb. Sauer; Haus Nr. 62.Im März '16 zum Gefr. befördert.

Hellwig, Johannes. *17.3.1883; Eltern: Sattler Heinrich Wilhelm Hellwig u. Frau Maria, geb. Rudolph; Haus Nr 54 ½ (davor Nr. 12). Arbeiterkolonne in Westpreußen (Mai 1915), danach als Sattler zur Fliegerabteilung in Graudenz abkommandiert und im Oktober zum 1. Mal auf Urlaub.

Hellwig, (Johann) Karl (1). *21.12.1888 in Remsfeld +20.10.1972; Mutter: die unverheiratete Maria Freund, Haus Nr. 77; später verheiratet mit dem Tagelöhner Johann Adam Hellwig, Remsfeld. Es gibt noch einen älteren Johann Karl (2) *21.5.1873; Eltern: Tagelöhner Valentin Johannes und Frau Eva, geb. Schmidt, Rengshausen (2. Kind, 2. Sohn); wohnen zur Miete.
Zu 1.: Am 6.6.1914 Heirat mit Dienstmagd Katharina Richardt, *10.1.1886 in Schwarzenborn, Tochter des Tagelöhners Konrad Richard und seiner vor kurzem verstorbenen Ehefrau Anna Barbara, geb. Ziegler, Schwarzenborn. Jäger 1./11 (vermutlich Kurhess. Jägerbatl. Nr. 11).

Hellwig, Carl *8.9.1884 (als Johann Carl im Geburtsnebenreg. Nr. 17; richtig im Taufreg. Nr. 875, S. 176); Eltern: Johann Heinrich Carl Hellwig u. Frau Sophia Barbara, geb. Rudolph (Burghaun); Haus Nr. 10 (später 12). +19.4.1961, Hauptstr. 26. Maschinenbesitzer, kriegsgetraut als Johann Karl Hellwig oo 14.2.15 (standesamtl. am 13.2.1915 gemeinsam mit seinem Schwager, Förster F. Schöbitz) mit Maria Anna Völker, Tochter des verstorbenen Ackermanns Konrad Völker und seiner hinterlassenen Ehefrau Katharina Elisabeth, geb. Mittendorf, in 1. Ehe verheiratet gewesene u. verwitw. Fröhlich; geboren zu Frielendorf, Kr. Ziegenhain *24.9.1894. Wehrmann. Am 1. August zur Rekrutenausbildung eingezogen. Im Nov. 1916 im Zivil-Arbeiter-Batl. im Westen, danach dem Feldrekruten-Depot der 52. Inf.-Div. zugeteilt.

Hellwig, Lorenz. *7.3.1891; Eltern: Johann Adam Hellwig, Hirte, et ux. Maria, geb. Freund; Haus Nr. 77. Marine-Oberheizer; im Juli 1917 zum Maschinisten-Maat befördert.

Helmbrecht, Adam. Wahrsch. Adam H. aus Sachsenhausen, *26.6.1870 (Konf. Reg. Sachsenhausen/Ziegenhain); Eltern: Ackermann Konrad Helmbrecht et ux. Anna Katharina, geb. Ruckert(?). Inf.-Regiment 167, 8. Komp. (wie G. Kothe); Utffz. Gefallen 23.9.

Hochhuth, Hermann Wilhelm Heinrich, Pfr. *29.4.1871 in Eschwege. Sohn eines Klempnermeisters. et ux. Margarete Katharina Adele, geb. Junghans; Haus Nr. 42 (Pfarrhaus). 1. Kind (Sohn) Christoph Gustav Gerhard *16.8.1901 in Spangenberg; konfirmiert am 16.4.1916. Eine Tochter Margarete ("Gretchen") Emilie, Hedwig, Wilhelmine *3.8.1905; Tochter Theodore Helene Elisabeth Anna *22.7.1908. Am 1. Mai 1916 kriegsbeordert, als überzählig wieder zurückgestellt.

Hübenthal, Christoph (Christoph Adolf) *13.7.1893 zu Niddawitzhausen, Kr. Eschweg; Eltern: Konrad Friedrich H., Weichensteller, et ux. Elise, geb. Sandrock. Nichts Weiteres zu ihm gefunden.

Zeichenerklärung:
* ist Geburtsdatum, + ist Sterbedatum. oo Eheschließung.

Abkürzung:
et ux. (und Gattin – ux. für uxor/Gattin)

Kontakt:
Helmut Koch, Homberg/Remsfeld, Tel.: 05681/71393; Mail: hkoch49@t-online.de oder
Mona Rosenkranz, Gemeindeverwaltung Knüllwald, Tel.: 05681/9957-19, Mail: info@knuellwald.de